Nicole Knoblauch ist fasziniert von romantischen Geschichten und starken Frauenfiguren. Unter dem Pseudonym Nicci Cole veröffentlicht sie auch im Bereich Romantische Spannung. Sie ist Mitglied bei DELIA, der Vereinigung deutschsprachiger Liebesroman-Autor*innen, denn ihr Herz schlägt für die Liebe. Wenn sie nicht schreibt, näht die studierte Germanistin und Historikerin historische Kostüme. Zusammen mit ihrem Mann und zwei Söhnen lebt sie ihr persönliches Happy End im Rhein-Main Gebiet.
Autorentext
Nicole Knoblauch ist fasziniert von romantischen Geschichten und starken Frauenfiguren. Unter dem Pseudonym Nicci Cole veröffentlicht sie auch im Bereich Romantische Spannung. Sie ist Mitglied bei DELIA, der Vereinigung deutschsprachiger Liebesroman-Autor*innen, denn ihr Herz schlägt für die Liebe. Wenn sie nicht schreibt, näht die studierte Germanistin und Historikerin historische Kostüme. Zusammen mit ihrem Mann und zwei Söhnen lebt sie ihr persönliches Happy End im Rhein-Main Gebiet.
Klappentext
GÜNSTIGER EINFÜHRUNGSPREIS FÜR KURZE ZEIT!! Ein Prinz auf unfreiwilliger Brautschau, eine freundliche Drachendame und eine böse Hexe in einer märchenhaften Geschichte über Liebe und Selbstfindung - für Fans von Kiera Cass und Nina MacKay »Bei diesem Turnier wird niemand verwandelt. Nicht in ein Reh, nicht in einen Bären und auch nicht in eine Nachtigall. Und ich lasse mich unter gar keinen Umständen in einen Frosch verwandeln, damit das klar ist.« Es war einmal ein Prinz und jeder Prinz, der etwas auf sich hält, muss losziehen, um eine Prinzessin zu retten, die er heiraten kann. Jede böse Hexe muss einen Prinzen verfluchen, um ihren Wert zu beweisen. Weil Leander immer wieder ohne Braut zurückkehrt, veranstalten seine Eltern ein Turnier um seine Hand. Die perfekte Gelegenheit für Evelyne, ihn zu verfluchen. Haufenweise Prinzessinnen, ein freundlicher Drache, der Große Böse Wolf und eine verbotene Liebe machen das Chaos komplett. Und wenn sie nicht gestorben sind ... aber so weit sind wir noch nicht.
Leseprobe
Auch Prinzen haben es nicht leicht
Leander
»Wir haben es fast geschafft! Ich kann Ashera sehen!«
Dieser Ausruf der Vorhut hellte die Stimmung der Reitergruppe um mich herum merklich auf. Mit Ausnahme meiner Wenigkeit. Ich blickte weiterhin missmutig nach vorn, wo man durch die tiefhängenden Wolken die Silhouette der Hauptstadt erahnen konnte. An diesem düsteren Frühlingstag vermittelte das glorreiche Kleinod unseres Königreiches Asha mehr den Eindruck einer tristen und heruntergekommenen Hafenstadt. Himmel und Meer verschmolzen am Horizont, und selbst das Schloss, welches majestätisch seine weißen Türme in den regendurchtränkten Himmel reckte, verstärkte diesen Eindruck.
Nässe und Kälte hatten sich bereits vor Stunden ihren Weg durch meinen dicken Mantel gefressen. Doch das war nur ein Grund, warum sich meine Laune mit jedem Meter verschlechterte. Während meine Männer Heim und Weib entgegenfieberten, bedeutete die Heimkehr für mich lediglich das Eingeständnis meines Versagens. Und was fast noch schlimmer war, eine Rückkehr zur Eintönigkeit des Palastlebens. Ich hatte eigentlich alles richtig gemacht, dennoch kehrte ich ohne Prinzessin nach Hause zurück.
»Macht Euch Eure Entscheidung zu schaffen, Herr?«, fragte Heinrich, mein treuer Diener. Er ritt inzwischen neben mir, und eine Welle der Dankbarkeit durchflutete mich.
Manchmal hatte ich das Gefühl, dass Heinrich der Einzige war, der die Zerrissenheit verstand, welche mich schon ein Leben lang begleitete. Vielleicht lag es daran, dass wir seit Kindestagen Freunde waren. Fest stand, dass uns mehr verband als ein simples Dienstverhältnis. Heinrich war zwar nur der Sohn meiner Amme und damit von niederer Geburt, dennoch hätte ich mir keinen treueren Diener und Freund wünschen können. Wir waren uns so nah wie Brüder. Näher, wenn man bedachte, dass mein Bruder Gunther und ich so gut wie nichts gemeinsam hatten.
Mit einem Seufzen sah ich zu ihm und antwortete: »Mir macht eher zu schaffen, wie ich meinen Eltern erklären soll, dass Schneewittchen Prinz Florian geheiratet hat.«
»Eure Eltern werden es sicher verstehen, wenn Ihr es erläutert. Ich kann bezeugen, dass Prinz Florian sich unsterblich in die Prinzessin im Glassarg verliebt hatte und mit Sicherheit vor Liebeskummer gestorben wäre, hätte sie einen anderen geheiratet.«
Er war wirklich der Einzige, der mich verstand. Seufzend antwortete ich: »Das weiß ich zu schätzen, alter Freund. Ich fürchte nur, dass diese Erklärung meinen Vater kaum zufriedenstellen wird.«
»Es war Eure Pflicht als rechtschaffener Prinz, Eurem Freund zu helfen und die schlafende Schönheit aus ihrem todesähnlichen Zustand zu erwecken, Herr. Das werden Eure Eltern verstehen.«
Dieser Satz entlockte mir ein erneutes Seufzen. »Freundschaft als Entschuldigung für mein Versagen wird nicht zählen, fürchte ich.«
Heinrich schüttelte missbilligend den Kopf. »Ihr müsst das anders sehen, mein Prinz. Ihr habt mitnichten versagt. Ihr habt euer Wissen über den menschlichen Körper und die Heilkunst angewandt und damit zwei Menschen sehr glücklich gemacht. Es wäre Euch ein Leichtes gewesen, Schneewittchens Gunst zu gewinnen, indem Ihr Euch als ihr Retter in den Vordergrund stellt. Aber Ihr könntet niemals einem Mann die Frau wegnehmen, die er liebt. Noch dazu einem alten Freund. Stattdessen helft Ihr ihm, sie zu erobern. Kann es etwas Nobleres geben?«
Heinrichs Worte beruhigten mich nur wenig, denn auch wenn es stimmte, würde es mir nicht helfen. Ich sah die Angelegenheit deutlich negativer als mein Freund. Heinrich nannte es eine Tugend, dass ich niemals meinen eigenen Vorteil in den Vordergrund stellte. Meine Eltern kritisierten es als mangelnden Ehrgeiz und fehlende Durchsetzungskraft. Tief in mir drinnen wusste ich allerdings, was es wirklich war: Gleichmut. Ich hatte mich damit abgefunden, irgendwann eine Prinzessin zu heiraten, die ich kaum kannte.