Recht benötigt einen Wirklichkeitsbezug doch welchen? Im Urteil geht es um die Tatsachen des Einzelfalles; beim Gesetz um meist abstrakte Wahrnehmungen sozialer oder technischer Verläufe oder Probleme; im Rechtsdenken geht es nicht selten auch um ideelle Ziele, um Gerechtigkeit. Die Wirklichkeitsdimensionen sind jeweils andere. Sie betreffen die Gegenstände unterschiedlicher Nachbardisziplinen: Soziologie, Philosophie, Geschichte, Wirtschafts- und Kulturwissenschaften. Für die Erfassung der Wirklichkeit sind Juristen und Juristinnen naturgemäß auf interdisziplinäres Arbeiten angewiesen. Die in diesem Band versammelten Studien von Oliver Lepsius untersuchen das Verhältnis von Recht und seinen Wirklichkeiten, die damit verbundenen disziplinären Rivalitäten und erkenntnistheoretischen Voraussetzungen. Zugleich wird dabei deutlich, dass Recht seinerseits eine spezifisch juristischen Zwecken dienende Wirklichkeitserkenntnis verfolgt. Tatsachen und Sachverhalte werden nicht nur vorgefunden, sondern auch normativ konstruiert und festgestellt. Lepsius propagiert interdisziplinäre Zugänge zum Gegenstand Recht, zeigt unterschiedliche Wege auf, verdeutlicht aber auch die damit verbundenen Herausforderungen.
Titel
Wirklichkeiten im Recht
Untertitel
Sozialwissenschaften und Interdisziplinarität in der Rechtswissenschaft
EAN
9783447397827
Format
PDF
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
7.67 MB
Anzahl Seiten
380
Lesemotiv