Mirabell sehnt sich nach Nähe und kann sie doch nicht zulassen. Die Suche nach Antworten führt sie in ihre Familiengeschichte, die einem Stille-Post-Spiel gleicht: bruchstückhaft weitergegeben, bis niemand mehr weiß, was wahr ist oder erfunden. Warum verschwand ihre Urgroßmutter? Wieso wollte ihre Großmutter nicht mehr leben, und warum schweigt ihre Mutter? Mirabell ahnt, dass das Ungesagte bis heute fortwirkt und dass ihre eigene Geschichte gerade erst beginnt.
Poetisch, klug und schmerzhaft offen erzählt Pauline Hatscher von vier Frauen, deren Leben über Jahrzehnte miteinander verwoben sind und von der Frage, ob wir Wahrheit wirklich erinnern oder vielleicht erfinden müssen, um leben zu können.
Ein bezwingend eindringlicher Debütroman darüber, wie die Vergangenheit in uns weiterlebt
Über weibliche Rollenbilder, vererbte Traumata und die Fragilität von Erinnerung
Für die Leser:innen von Annie Ernaux, Judith Hermann oder Katharina Köller
Autorentext
Pauline Hatscher, geboren 1998, studierte Kulturwissenschaften und Bildungswissenschaft in Lüneburg und Leipzig und promoviert dort in der qualitativen Sozialforschung. 2022 war sie Finalistin beim 30. Open Mike Wettbewerb für junge Literatur. Zuletzt erschien ihr Text MARIECHEN in der Literaturzeitschrift Krachkultur. ÜBER VIER LEBEN ist ihr Romandebüt.