Pflegende Angehörige übernehmen eine tragende Rolle im Gesundheits- und Sozialsystem doch ihre Leistung bleibt oft unsichtbar. Dieses Fachbuch macht die Realität der häuslichen Pflege älterer Menschen in der Schweiz greifbar. Gestützt auf das Forschungsprojekt SwissAgeCare-2010" liefert es repräsentative Daten zur Situation pflegender Angehöriger in der Deutschschweiz, verbunden mit Praxisberichten aus der ambulanten Pflege. Es analysiert demografische Entwicklungen, die das informelle Pflegepotenzial unter Druck setzen, beleuchtet Belastungen der Pflegenden, ihre Motive, geschlechtsspezifische Unterschiede und Bewältigungsstrategien. Konzepte wie filiale Reife, dyadisches Coping und das Stress-Prozess-Modell werden erläutert.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Zusammenspiel von familiärer Pflege und Spitex-Unterstützung. Formelle Dienste ersetzen informelle Pflege nicht, sondern ergänzen sie. Entlastungsangebote wie Tagesstätten, Übergangspflege und Family Nursing werden vorgestellt. Das Buch richtet sich an Fachpersonen aus Pflege, Sozialer Arbeit, Gerontologie und Gesundheitspolitik sowie an Studierende und Angehörige.
Es bietet Handlungsempfehlungen auf gesellschaftlicher, institutioneller und individueller Ebene und verdeutlicht, warum die Stärkung pflegender Angehöriger eine der drängendsten sozialpolitischen Aufgaben ist.
Klappentext
Welche Probleme, Bedürfnisse und Ressourcen zeigen sich in der Zusammenarbeit von pflegenden Angehörigen älterer Menschen mit der ambulanten Pflege? Dieser Frage geht das erfahrene Forscherteam um Pasqualina Perrig-Chiello und François Höpflinger in einer aufwendigen Schweizer Studie nach, in der sie die demografischen, epidemiologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen beschreiben und analysieren, die die Angehörigenpflege gegenwärtig und zukünftig beeinflussen, analysieren wer, wie, warum und unter welchen Be- und Entlastungen die familiale Hilfe und Pflege leistet, Entlastungsnotwendigkeiten für pflegende Angehörige begründen und Entlastungsmöglichkeiten durch die spitalexterne Versorgung und Familiengesundheitspflege in ambulanten und teilstationären Angeboten aufzeigen. Ebenso werden zukünftige Entwicklungen der informellen und ambulanten Pflege im Alter, Trends und Szenarien sowie Handlungsfelder skizziert und prognostiziert.