Mit der Dienstleistungsarbeit ging ein Versprechen auf Wohlstand, Aufstiegsmöglichkeiten und soziale Teilhabe einher; sie gilt bis heute als relativ herrschaftsarm, weil sie große Autonomiespielräume für die Beschäftigten zu bieten scheint.
Diese Versprechen haben sich für die "einfachen" Dienstleistungen - Verkauf im Einzelhandel, pflegende Tätigkeiten, Post- und Paketdienste, Reinigungs- und andere Serviceaufgaben - zweifellos nicht erfüllt. Geringe Löhne, Konkurrenzdruck, rare oder fehlende Aufstiegsmöglichkeiten und Arbeitsisolation prägen das Segment "einfacher" Dienstleistungen. Die Hoffnung auf autonome Entfaltungsspielräume hat sich verflüchtigt, Hierarchie und Herrschaft entwickeln sich unter Bedingungen harten Rationalisierungsdrucks.
Anhand von umfangreichen Beobachtungen und Interviews mit Beschäftigten der "einfachen" Dienstleistungsarbeit zeigt Philipp Staab auf, dass die Frage nach Proletarisierung in unserer Gesellschaft mit dem Verschwinden der Industriearbeit nicht obsolet geworden ist. Es ist eine neue Form einer postindustriellen "Proletarität" entstanden, die Arbeits- und Lebensführung gleichermaßen prägt. Somit ist der entscheidende Ort der Produktion und Verfestigung von Ungleichheit gerade dort auszumachen, wo er gemessen an gesellschaftlichen Hoffnungen nicht mehr sein sollte: am Rand der Dienstleistungsgesellschaft.



Autorentext

Philipp Staab, Dr. rer. pol., Soziologe, Studium der Soziologie in Kassel und Paris; seit 2007 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung.



Zusammenfassung
Mit der Dienstleistungsarbeit ging ein Versprechen auf Wohlstand, Aufstiegsmoglichkeiten und soziale Teilhabe einher; sie gilt bis heute als relativ herrschaftsarm, weil sie groe Autonomiespielraume fur die Beschaftigten zu bieten scheint. Diese Versprechen haben sich fr die "e;einfachen"e; Dienstleistungen - Verkauf im Einzelhandel, pflegende Ttigkeiten, Post- und Paketdienste, Reinigungs- und andere Serviceaufgaben - zweifellos nicht erfllt. Geringe Lhne, Konkurrenzdruck, rare oder fehlende Aufstiegsmglichkeiten und Arbeitsisolation prgen das Segment "e;einfacher"e; Dienstleistungen. Die Hoffnung auf autonome Entfaltungsspielrume hat sich verflchtigt, Hierarchie und Herrschaft entwickeln sich unter Bedingungen harten Rationalisierungsdrucks. Anhand von umfangreichen Beobachtungen und Interviews mit Beschftigten der "e;einfachen"e; Dienstleistungsarbeit zeigt Philipp Staab auf, dass die Frage nach Proletarisierung in unserer Gesellschaft mit dem Verschwinden der Industriearbeit nicht obsolet geworden ist. Es ist eine neue Form einer postindustriellen "e;Proletaritt"e; entstanden, die Arbeits- und Lebensfhrung gleichermaen prgt. Somit ist der entscheidende Ort der Produktion und Verfestigung von Ungleichheit gerade dort auszumachen, wo er gemessen an gesellschaftlichen Hoffnungen nicht mehr sein sollte: am Rand der Dienstleistungsgesellschaft.

Inhalt

I Einleitung

II Einfache Dienstleistungsarbeit

Visionen und Konzepte

Einfache Dienstleistungsarbeit und Sozialstrukturanalyse

Institutionelle Arrangements

III Arbeit! Macht! Herrschaft?

Wie hängen Macht und Herrschaft zusammen?

Arbeit als Ort der Verdichtung von Herrschaft?

Empirische Befunde arbeitssoziologischer Herrschaftsforschung

IV Logiken der Unterwerfung

Soziale Sorge

Betreuter Konsum

Tertiäre "Männerarbeit"

Reine Gewährleistung

V Das Segment einfacher Dienstleistungsarbeit

Rationalisierung und die Vermachtung der Arbeitssituation

Unterschichtung

Lebensführung: Optionen und Sackgassen

Herrschaft und Proletarität in der Dienstleistungsgesellschaft

Danksagung

Literaturverzeichnis

Titel
Macht und Herrschaft in der Servicewelt
EAN
9783868546286
ISBN
978-3-86854-628-6
Format
E-Book (epub)
Veröffentlichung
17.09.2014
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
1.31 MB
Anzahl Seiten
398
Jahr
2014
Untertitel
Deutsch