Die Jugend deren Gewalttätigkeit in der Großstadt. Eine bekannte Trias, mit der seit Jahrzehnten in der Reihenfolge je nach Intention unterschiedlich kon- guriert medien- und damit öffentlichkeitswirksam gearbeitet wird. Die kau- len Bezugsketten wechseln dabei; zum einen die Großstadt als Sündenpfuhl mit ihren dramatischen Auswirkungen auf die Jugend oder auch, empirisch vermeintlich nahe liegender und wissenschaftlich prononcierter, Jugendgewalt im ubiquitären Verständnis unter großstädtischen Bedingungen des Aufwachsens und der dortigen Gegeben- und Gelegenheiten betrachtet; die Stadt zum anderen ein Impulsator und ein beschleunigendes Umfeld. Es bleibt in diesen Bezugs- zungen häufig unbestimmt, was genau das Großstädtische ausmacht: sind es die kumulierten problematischen Lebensverhältnisse, das gehäufte Elend, das die Großstadt offenbart, von denen man annimmt, dass diese eher mit gewalt- finem Verhalten korrespondieren? Ist es die gebaute Umwelt selbst, die Juge- liche zur Gewalttätigkeit treibt? Oder sind es deren Möglichkeiten, in der Stadt einerseits freier und dabei gleichzeitig anonymer agieren zu können, sprich: die fehlende soziale Kontrolle? Ist es der Drang zu dramatisieren oder ist es einfach die höhere Wahrscheinlichkeit, dort mit dem Gewaltphänomen in Berührung zu kommen? Führt nicht umgekehrt allein die höhere Kontrolldichte zu höheren Indikationsziffern? Oder ist es die Abgestumpftheit des großstädtischen Lebens, die Gewalttätigkeit gewissermaßen herausfordert, um sich als einzelner üb- haupt noch thematisieren zu können? Es ist sicherlich kaum bestreitbar, dass Konflikte und ihre destruktive Va- ante der Gewalttätigkeit in großstädtischen Zusammenhängen häufiger und vorallem auch offener zutage treten, dass es zudem eine höhere Wahrscheinlichkeit

Themenklassiker in stadtstruktureller Dimension

Vorwort
Themenklassiker in stadtstruktureller Dimension

Autorentext
Dr. Rainer Kilb ist Professor für Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit an der Hochschule Mannheim (Fakultät für Sozialwesen).

Klappentext
Jugendgewaltdelikte sind als Phänomene im städtischen Raum sehr ungleich verteilt. Auch die Herkunftsorte der Täter konzentrieren sich in spezifischen städtischen Arealen. Welchen Einfluss üben die verschiedenen großstädtischen Quartiere hierbei aus? Gibt es Zusammenhänge zwischen Architektur und Städtischer Entwicklung und Planung und dem Gewaltphänomen im Jugendalter?
Mit Hilfe eines typologischen Konzeptes werden die Zusammenhänge von städtischen Strukturen und jeweils spezifischen Auswirkungen auf jugendliche Lebenslagen und entsprechende jugendkulturelle Erscheinungsformen untersucht und erklärt. Außerdem werden Strategien und Ansätze im Umgang mit Gewalt auf ihre Relevanz und Wirksamkeit in den jeweiligen städtischen Strukturtypen betrachtet. Dabei werden die stadtstrukturellen Unterschiede mit jeweils spezifischen methodischen Ansätzen im Gewaltumgang in Verbindung gestellt.

Inhalt
Jugend und Gewalt ein Themenklassiker der pädagogischen Arbeit mit Jugendlichen.- Welche Befunde existieren zur Erklärung von Gewalt?.- Über den möglichen Zusammenhang von städtischem Umfeld, Baustruktur und Gewalttätigkeiten Jugendlicher.- Grundlagen einer sozialraumorientierten pädagogischen Arbeit im Umgang mit Konflikten und Gewalt.- Allgemeine Aspekte von Methoden und Ansätzen des Umgangs mit Konflikten und Gewalt.- Sozialräumliche Konzepte und Strategien im Umgang mit Gewalt.
Titel
Jugendgewalt im städtischen Raum
Untertitel
Strategien und Ansätze im Umgang mit Gewalt
EAN
9783531914329
Format
E-Book (pdf)
Veröffentlichung
01.02.2009
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
1.06 MB
Anzahl Seiten
190
Lesemotiv