Doch der Ferienbeginn macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Olli ist verzweifelt. Er muss Ferien bei seinem Onkel machen. Der wohnt tief in der Eifel, und Tim und Steffi beschließen, ihn zu besuchen. Ollis Onkel ist Wissenschaftler und lebt in einem katastrophalen Haushalt. Und dann tauchen plötzlich zwei Männer im schwarzen Anzug zum Kaffee auf, die die Kinder erst kürzlich gesehen haben - und zwar ausgerechnet bei ihrem Besuch im Museum!
Ralf Kramp, geboren am 29. November 1963 in Euskirchen, lebt heute in Flesten in der Vulkaneifel. Für sein Debüt "Tief unterm Laub" erhielt er den Förderpreis des Eifel-Literaturfestivals. Seither erschienen mehrere Kriminalromane, unter anderem auch die Reihe um den kauzigen Helden Herbie Feldmann und seinen unsichtbaren Begleiter Julius, die mittlerweile deutschlandweit eine große Fangemeinde hat. Seit 1998 veranstaltet er mit großem Erfolg unter dem Titel 'Blutspur' Krimiwochenenden in der Eifel, bei denen hartgesottene Krimifans ihr angelesenes 'Fachwissen' endlich bei einer Live-Mördersuche in die Tat umsetzen können.
Im Jahr 2002 erhielt er den Kulturpreis des Kreises Euskirchen.
Seit 2007 führt er mit seiner Frau Monika in Hillesheim das "Kriminalhaus" mit dem "Deutschen Krimi-Archiv" mit 30.000 Bänden, dem "Café Sherlock" und der Buchhandlung "Lesezeichen".
www.ralfkramp.de
www.kriminalhaus.de
Autorentext
Ralf Kramp, geboren am 29. November 1963 in Euskirchen, lebt heute in Flesten in der Vulkaneifel. Für sein Debüt »Tief unterm Laub« erhielt er den Förderpreis des Eifel-Literaturfestivals. Seither erschienen mehrere Kriminalromane, unter anderem auch die Reihe um den kauzigen Helden Herbie Feldmann und seinen unsichtbaren Begleiter Julius, die mittlerweile deutschlandweit eine große Fangemeinde hat. Seit 1998 veranstaltet er mit großem Erfolg unter dem Titel "Blutspur" Krimiwochenenden in der Eifel, bei denen hartgesottene Krimifans ihr angelesenes "Fachwissen" endlich bei einer Live-Mördersuche in die Tat umsetzen können.
Im Jahr 2002 erhielt er den Kulturpreis des Kreises Euskirchen.
Seit 2007 führt er mit seiner Frau Monika in Hillesheim das »Kriminalhaus« mit dem »Deutschen Krimi-Archiv« mit 30.000 Bänden, dem »Café Sherlock« und der Buchhandlung »Lesezeichen«.
www.ralfkramp.de
www.kriminalhaus.de
Leseprobe
Lauter oller Kram
Manchen passiert nie etwas, anderen dafür andauernd. Ich schätze, ich bin so ein Fall, der ständig von einer haarsträubenden Geschichte in die nächste hineinstolpert. Nicht, dass es mich stören würde, nein, nein. Bisher bin ich ja immer glimpflich davongekommen. Und Abenteuer reizen mich nun mal.
Viele sagen, dass bei uns in der Eifel so gut wie nie was passiert, dass es bei uns öde und langweilig ist. Das bringt mich jedes Mal auf die Palme, denn Tatsache ist nun mal, dass sich hier eine ganze Menge abspielt.
So zum Beispiel diese Geschichte im letzten Sommer. Jungejunge, wenn ich daran zurückdenke ...
Es war der Tag, an dem "der Magenmilde" so gut gelaunt war, dass er unseren Unterricht kurzerhand ins Museum verlegt hatte.
Unser Museum in Bad Münstereifel beherbergt eine ganze Menge oller Sachen, die uns etwas über die Geschichte unseres Städtchens erzählen sollen.
"Der Magenmilde" ist unser Geschichtslehrer Dr. Hag, ein alter Berliner mit schlohweißem Haar. "Hag, genau wie der Kaffee, mit einem A", sagt er immer, und wir nennen ihn, wenn er gut drauf ist, "der Magenmilde", "der Reizarme" oder auch "der Koffeinfreie".
Hag war also, wie gesagt, bester Dinge. Die Ferien standen bevor, und er hatte beschlossen, uns die letzten Schulstunden mit einem Ausflug ins Heimatmuseum zu versüßen.
Der alte Bau, in dem das Museum untergebracht war, war angeblich fast neunhundert Jahre alt, und dafür ist er eigentlich noch ziemlich gut in Schuss.
"Das ist bestimmt sehr interessant", freute sich mein Freund Olli und knuffte Steffi mit dem Ellenbogen in die Seite.
Olli ist der Schlaumeier unserer Klasse. Hinter seinen dicken Brillengläsern zwinkern immer lustig die kleinen Äugelchen.
Steffi, die bereits das Urlaubsfieber gepackt hatte, nickte abwesend. Sie war damit beschäftigt, mindestens alle fünf Minuten auf die Uhr zu sehen. "Wir fahren nach Spanien", schwärmte sie nun schon seit Wochen und ging Olli und mir damit mittlerweile gehörig auf den Keks. "Da scheint den ganzen Tag die Sonne."
Olli kratzte sich an seinem rötlichen Bürstenkopf und grinste schief. "Da würde ich ja doch nur im Schatten rumliegen. Das wäre nix für mich. Ich fahre für ein paar Tage zu meinem Onkel in die Vulkaneifel."
"Super spannend", sagte ich ironisch.
"Ich kann ja auch nix dafür. Meine Eltern sind für eine halbe Woche verreist, meine Brüder sind mit Freunden nach Holland, und zu Hause wollen sie mich natürlich nicht allein lassen."
"Warum nehmen sie dich denn nicht mit?", fragte Steffi und guckte schon wieder auf die Uhr.
"Oh nein, ohne mich. Ich will nicht. Sie besuchen meine Oma in Norddeutschland, und die küsst mich immer so ab und hat nur ein winziges Gästezimmer. Dann schon lieber ein paar Tage bei Onkel Friedbert."
Ich trat betrübt in das Museum hinein. Wirklich klasse. Alle verreisten, nur ich konnte wieder zu Hause hocken. Seit dem Kauf unseres Hauses in Buchscheid vor einem Jahr sparten meine Eltern an allen Ecken und Enden. Und deshalb musste dieses Jahr leider auch der Urlaub dran glauben.
Für nächstes Jahr hatte Paps uns einen "Wahnsinnsurlaub" versprochen. "Mindestens dreimal um die Welt."
Mom hatte sich dabei grinsend an die Stirn getippt. Wahrscheinlich würde es wieder nur Belgien werden, aber immerhin.
Sechsundzwanzig Schüler drängelten sich durch den kleinen Eingangsraum des Museums, und der Museumsleiter, ein großer, dicker Mann mit Stoppelfrisur, ließ aufmerksam den Blick über unsere Köpfe schweifen. Er schien jemand zu sein, den so leicht nichts aus der Ruhe bringen konnte.
Er