Leseprobe
Kapitel VII
Die zwei Administratoren
Mai des Jahres 380 menschlicher Zeitrechnung
1
Es war am 7. November 2024 gewesen, als ich, Kazuto Kirigaya, mich aus dem VRMMORPG Sword Art Online ausgeloggt hatte.
Nach meiner Rehabilitation konnte ich Mitte Dezember in mein Zuhause in Kawagoe zurückkehren. Zwei Monate zuvor war ich sechzehn Jahre alt geworden. Während jedoch meine ehemaligen Mitschüler gerade für die Aufnahmeprüfungen an der Highschool gebüffelt hatten, hatte ich mich in das Labyrinth auf der fünfzigsten Ebene von Aincrad gestürzt. Es gab also natürlich keine reguläre Schule, die ich nach meiner Rückkehr hätte besuchen können.
Glücklicherweise - wenn man es so nennen konnte - hatte meine Mittelschule Nachsicht mit mir gehabt und mir ein Abschlusszeugnis ausgestellt, obwohl ich nur die Hälfte der Kurse besucht hatte. Für gewöhnlich hätte ich anschließend eine Vorbereitungsschule besucht, um die Aufnahmeprüfung ein Jahr später abzulegen. Doch da hatte die Regierung eine unerwartete Lösung präsentiert.
Unter den etwa sechstausend Rückkehrern aus SAO waren auch mehr als fünfhundert Mittel- und Highschool-Schüler gewesen. Eigens für sie wurde in West-Tokyo eine Schule gegründet, an der sie ab April 2025 ohne Aufnahmeprüfung und Schulgebühren aufgenommen wurden und beim Abschluss die Qualifikation für die Universität erhielten.
Als Campus wurde das ehemalige Gebäude einer städtischen Schule genutzt, das seit deren Schließung im vorigen Jahr auf den Abriss gewartet hatte. Das Lehrpersonal bestand zum Großteil aus pensionierten Lehrern, die in Teilzeit wieder eingestellt wurden. Offiziell wurde die Einrichtung als staatliche Fachschule eingeordnet.
Paradoxerweise verursachte mir die unerwartete Sorgfalt bei der Planung dieses Sicherheitsnetzes eher ein mulmiges Gefühl. Dennoch hatte ich mich nach Rücksprache mit Asuna und natürlich auch meiner Familie dazu entschlossen, an die Schule zu gehen. Ich hatte meine Entscheidung kein einziges Mal bereut. Mit meinen Freunden aus dem Mechatronics-Kurs verschiedene Geräte zu entwerfen und zu bauen, hatte mir großen Spaß gemacht, und zudem hatte ich jeden Tag Asuna, Lisbeth und Silica sehen können. Trotz der obligatorischen, wöchentlichen Beratungsgespräche war es ein erfülltes Schulleben gewesen.
Doch wieder war es mir nicht vergönnt gewesen, die Schule bis zum Abschluss zu besuchen.
Ein Jahr und zwei Monate nach meinem Eintritt in die Schule, im Juni 2026, war mein Bewusstsein in die Alternativwelt Underworld katapultiert worden. Nachdem ich in einem Wald nahe dem Dorf Rulid im Norden der Menschenwelt erwacht war, hatte ich verzweifelt nach den Mitarbeitern von RATH - dem Unternehmen, das für die Entwicklung und Administration dieser Welt zuständig war - gerufen, aber keine Antwort bekommen.
Somit war ich gezwungen, eine Systemkonsole zu finden, um Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen. Die vermutete ich in der Central Cathedral der Axiom-Kirche, die sich inmitten der Zentralstadt Centoria erhob. Und so war ich mit Eugeo, meinem ersten Freund in dieser Welt, zu einer Reise zur Stadt im Herzen der Menschenwelt aufgebrochen.
Wir hatten ein geschlagenes Jahr nach Underworldler Zeitrechnung gebraucht, bis wir endlich Centoria erreicht hatten. Aber wir hatten nicht einfach direkt in die Kathedrale marschieren können. Die Axiom-Kirche hielt ihre Tore stets fest verschlossen, und nur die Sieger des jährlich im Frühling abgehaltenen Turniers der vier Kaiserreiche durften passieren.
Daher waren Eugeo und ich, die aus unterschiedlichen Gründen dasselbe Ziel verfolgten, zunächst in die kaiserliche Akademie der Schwertkünste eingetreten, um uns für die Teilnahme am Turnier zu qualifizieren. Der Großteil der Kurse bestand aus Übungen in Schwertkunst und Magie, die hier als sakrale Kunst bezeichnet wurde. Es war ein Lehrplan, wie es