Leseprobe
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»Remove core protection.«
Nur drei Befehlsworte, ein Ausdruck, den er nie zuvor gehört hatte. Doch sobald er ihn ausgesprochen hatte, erkannte Eugeo, dass er gerade eine Tür geöffnet hatte, die niemals geöffnet werden sollte.
Eine Stunde vor dem undenkbaren Duell gegen Kirito hatte Eugeo nur mit Mühe ein schmerzhaftes Unentschieden gegen Bercouli, den Kommandanten der Integrationsritter und Träger eines Schwerts, das in die Zukunft schneiden konnte, erreicht. Aber indem er die Erinnerungsfreisetzungsfunktion des Schwerts der blauen Rose eingesetzt hatte, hatte er sie beide an Ort und Stelle einfrieren können, bis ein seltsamer Mann, der sich Erzbischof Chudelkin nannte, seinen bewusstlosen Körper mit in die hundertste Etage der Central Cathedral genommen hatte.
Dort war Eugeo dem Mädchen mit den silbernen Haaren und den Spiegelaugen begegnet, dieser außerweltlichen Schönheit Administrator, der Hohepriesterin der Kirche. Durch einen geistigen Nebel, der sich einfach nicht lichten wollte, hatte er ihren Worten gelauscht.
Du bist eine Blume in ihrem Beet, der man das Wasser der Liebe entzogen hat. Aber ich bin anders. Ich werde dich und nur dich lieben. Aber nur, wenn du mich ebenso liebst.
Es war, als handele es sich bei den Worten selbst um Befehle der Sakralkunst, die seinen Willen vereinnahmten. Er hörte sich selbst die drei Befehlsworte wiederholen, wie sie es von ihm verlangt hatte.
Es musste sich um eine Art verbotene Kunst handeln. Etwas, das die Tür aufgebrochen hatte, die eigentlich seine wertvollsten Besitztümer beschützen sollte: seine Erinnerungen, Gedanken ... seine Seele.
Mit diesem perfekten Lächeln hatte Administrator in Eugeos Verstand geblickt und dort etwas eingepflanzt, das kälter als Eis war.
Dann hatte er wieder das Bewusstsein verloren.
Als er erwachte, war es, als würde er von einer weit entfernten Stimme vom Grund einer tiefen, dunklen Schwärze heraufgeholt.
Helle Funken. Silberner Stahl. Und ein junger Mann mit schwarzem Haar, der erbittert gegen ihn kämpfte.
Da hatte Eugeo erkannt, dass er die Rüstung eines Integrationsritters trug und dass er sein Schwert gegen den Freund richtete, dem er mehr als jedem anderen vertraute, und gegen die Kindheitsliebe, die ihm teurer war als jede andere Seele.
Doch selbst diese Erkenntnis konnte nicht den eisigen Dorn entfernen, der sich ins Zentrum seines Verstands bohrte. Er unterwarf seine Gedanken seinem Willen und befahl ihm unablässig, für den Ruhm der großen Administrator auf diese beiden Feinde einzuschlagen. Unfähig, sich davon abzuhalten, hatte Eugeo die Erinnerungsfreisetzung seines Schwerts der blauen Rose aktiviert und diese beiden teuren Seelen im Eis gefangen. Sein Widerstand war zwecklos, aber dies war der einzige Weg, den Kampf zu beenden.
Ich habe ihren Versuchungen nachgegeben und etwas zerstört, das nie hätte zerstört werden sollen. Und doch gibt es noch Dinge, die ich tun kann ... Dinge, die ich tun muss.
»Es tut mir leid, Kirito ... Alice«, hatte er hervorbringen können.
Eugeo trat auf die schwebende Plattform, um in die hundertste Etage des Turms zurückzukehren - in Administrators Schlafgemach.
Als die Plattform schwerfällig anhielt, reflektierten Eugeos Rüstung und Schwert das Mondlicht, das durch die riesigen Fenster fiel, und schickten blasse Lichtstrahlen durch den Raum.
Es war etwa zwei Uhr morgens am fünfundzwanzigsten Tag des fünften Monats des Jahres.
Noch vor drei Tagen hatte er zu dieser nachtschlafenden Zeit in seinem Bett im Wohnheim der Elitekadetten geschlafen. Nach einem langen Tag aus Unterrichtsstunden und Training schlief er immer wie ein Stein und wurde erst durch die Morgenglocke geweckt.
Er dachte an die letzten Nächte zurück. Den Zweiundzwanzigsten hatte er in der Strafzelle der Akademie verbracht und den Dreiundzwanzi