Anti-Justine oder die Freuden der Liebe ist Restif de la Bretonnes polemische Antwort auf de Sades Justine und zugleich ein Schlüsseltext der französischen libertinen Literatur des späten 18. Jahrhunderts. Das Werk verbindet erotische Erzählung, moralische Gegenrede und aufklärerische Körperphilosophie: Wo Sade Grausamkeit, Macht und Negation ausstellt, sucht Restif eine Ordnung der Lust, die Empfindsamkeit, Natürlichkeit und soziale Bindung behauptet. Sein Stil schwankt bewusst zwischen dokumentarischem Gestus, didaktischer Kommentierung und sinnlicher Fiktion. Restif de la Bretonne, 1734 in bäuerlichen Verhältnissen geboren und später Drucker, Schriftsteller und scharfer Beobachter des Pariser Alltags, schrieb aus einer einzigartigen sozialen Zwischenposition heraus. Seine autobiographische Neigung, sein Interesse an Sexualmoral, Reformideen und städtischen Milieus prägen auch dieses Buch. Anti-Justine entspringt nicht bloß der Provokation, sondern einem literarischen Streit um Natur, Tugend und die Grenzen der Aufklärung. Empfohlen sei dieser Klassiker Lesern, die erotische Literatur nicht nur als Reiztext, sondern als historisches, philosophisches und ästhetisches Dokument verstehen möchten. Das Buch eröffnet einen aufschlussreichen Gegenblick auf Sade und auf die widersprüchliche Moderne vor der Revolution. Diese erweiterte Ausgabe wurde mit großer Sorgfalt gestaltet, um Ihr Leseerlebnis zu bereichern. - Eine prägnante Einführung verortet die zeitlose Anziehungskraft und Themen des Werkes. - Die Synopsis skizziert die Haupthandlung und hebt wichtige Entwicklungen hervor, ohne entscheidende Wendungen zu verraten. - Ein ausführlicher historischer Kontext versetzt Sie in die Ereignisse und Einflüsse der Epoche, die das Schreiben geprägt haben. - Eine gründliche Analyse seziert Symbole, Motive und Charakterentwicklungen, um tiefere Bedeutungen offenzulegen. - Reflexionsfragen laden Sie dazu ein, sich persönlich mit den Botschaften des Werkes auseinanderzusetzen und sie mit dem modernen Leben in Verbindung zu bringen. - Sorgfältig ausgewählte unvergessliche Zitate heben Momente literarischer Brillanz hervor. - Interaktive Fußnoten erklären ungewöhnliche Referenzen, historische Anspielungen und veraltete Ausdrücke für eine mühelose, besser informierte Lektüre.



Klappentext

Anti-Justine oder die Freuden der Liebe ist ein Roman von Nicolas Edme Restif de la Bretonne. Restif war ein Gegner der "Grausamkeit des Marquis de Sade" und kämpfte für "Freude am Sex"... Nicolas Edme Restif de la Bretonne, auch bekannt als Rétif de la Bretonne (1734 - 1806) war ein französischer Romancier und Wegbereiter des Verismus und Naturalismus. Im deutschen Sprachraum überwiegt die Schreibweise "Retif", in der übrigen Welt "Restif". Rétif de la Bretonne gilt oft als bloßer Pornograf. Tatsächlich hat er aber eine Ergänzung zu Sades Bild der Aristokratie in seinen freizügigen Schilderungen der niederen Stände geliefert. De Sade war ein Kontrahent Rétifs. Seine sexuelle Fixierung auf Schuhe, geschildert in dem Roman Le Pied de Fanchette, führte zu der Bezeichnung Retifismus für diese Art von Fetischismus. Zu seinen skurrilsten Einfällen gehört die Idee, per Gesetz die Verheiratung aller 16-jährigen Männer mit 32-jährigen Frauen zu gebieten. Nach 16 Jahren sollten diese Ehen automatisch geschieden werden, um dann wiederum eine jüngere zu heiraten. Vergleichbare Ideen hat auch Arthur Schopenhauer geäußert. Als Schilderer der Sitten der französischen Revolutionszeit hat ihn Iwan Bloch gewürdigt. Retif konnte sich rühmen jenseits des Rheins der meistgelesene (französische) Autor zu sein.

Titel
Anti-Justine oder die Freuden der Liebe (Ein Erotik, Sex & Porno Klassiker)
Untertitel
Retif de la Bretonne war ein Gegner der "Grausamkeit des Marquis de Sade" und kämpfte für "Freude am Sex"...
kommentiert von
Editor
EAN
9788074841125
Format
E-Book (epub)
Hersteller
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
0.3 MB
Anzahl Seiten
291