Rudolf Stratz' "Madlene" führt in die aufgewühlte Welt des großen Bauernkriegs von 1525, in der soziale Not, religiöse Verheißung und feudale Gewalt aufeinanderprallen. Im Zentrum steht eine weibliche Gestalt, deren Schicksal die historischen Erschütterungen nicht bloß illustriert, sondern menschlich verdichtet. Stratz verbindet breiten erzählerischen Zugriff mit dramatischer Szenenführung, anschaulichem Zeitkolorit und einem Sinn für die Spannungen zwischen persönlicher Leidenschaft und kollektivem Aufruhr. Der Roman steht damit in der Tradition des historischen Realismus, zugleich aber auch der populären Geschichtserzählung des frühen 20. Jahrhunderts. Rudolf Stratz (1864-1936) gehörte zu den vielgelesenen deutschen Erzählern seiner Zeit. Seine Herkunft aus dem gebildeten Bürgertum, seine journalistische Erfahrung und sein Interesse an Geschichte prägten eine Prosa, die historische Stoffe für ein breites Publikum zugänglich machte. In "Madlene" dürfte ihn besonders die Frage gereizt haben, wie politische Umbrüche das Gewissen, die Liebe und die soziale Ordnung einzelner Menschen herausfordern. Empfohlen sei dieses Buch Lesern historischer Romane, die nicht nur Schlachten und Daten suchen, sondern ein erzählerisch gestaltetes Verständnis der Bauernkriegszeit. "Madlene" bietet Spannung, Atmosphäre und einen bemerkenswerten Blick auf die menschlichen Kosten geschichtlicher Umwälzungen. Diese erweiterte Ausgabe wurde mit großer Sorgfalt gestaltet, um Ihr Leseerlebnis zu bereichern. - Sorgfältig ausgewählte unvergessliche Zitate heben Momente literarischer Brillanz hervor. - Interaktive Fußnoten erklären ungewöhnliche Referenzen, historische Anspielungen und veraltete Ausdrücke für eine mühelose, besser informierte Lektüre.
Klappentext
Dieses eBook: "MADLENE (Historischer Roman aus dem großen Bauernkrieg von 1525)" ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen.
Aus dem Buch:
"Da, wo in winterwelkem Dickicht die Waldecke bis an die Hochstraße vortrat, stürzten sich, aus ihrem Versteck herausfahrend, die Wölfe unter die Herde. Fünf graue, blitzschnell in heiserem Belfern dahinfahrende Schatten, vor ihnen, wirr auseinander stiebend, das Gestrudel weißgelber, zottiger Schafpelze, deren fünf fast im selben Augenblick schon hilflos unter den Zähnen der Räuber zappelten. Angstvoll kläffend, mit eingezogenem Schwanz, stand abseits der Schäferhund. Sein Herr, der greise, in Wald und Heide vertrocknete Hirte, war geflohen, dem Hügel zu, wo auf angstvoll schnarchenden und tanzenden Rossen die Edlen mit ihrem Gefolge hielten."
Rudolf Stratz (1864-1936) war ein erfolgreicher Romanschriftsteller, Theaterkritiker und Essayist.