Sibylle Zambon hat einen MA in Kunstgeschichte und Germanistik und arbeitete einige Jahre in einem Zürcher Museum, wo sie u. a. kulturvermittelnd tätig war. Sie lebt in der Schweiz. Ihre sprachliche Ausdrucksfähigkeit schärfte sie als PR-Texterin. Als Mutter von zwei Teenagern übt sie sich zudem täglich in der Kunst, komplexe Inhalte einfach und alltagstauglich verständlich zu machen Schließlich gönnt sie sich als freie Journalistin gerne auch mal einen Blick über den Tellerrand des eigenen Fachs hinaus und schreibt Reiseberichte für diverse Medien.
Autorentext
Sibylle Zambon hat einen MA in Kunstgeschichte und Germanistik und arbeitete einige Jahre in einem Zürcher Museum, wo sie u. a. kulturvermittelnd tätig war. Sie lebt in der Schweiz. Ihre sprachliche Ausdrucksfähigkeit schärfte sie als PR-Texterin. Als Mutter von zwei Teenagern übt sie sich zudem täglich in der Kunst, komplexe Inhalte einfach und alltagstauglich verständlich zu machen Schließlich gönnt sie sich als freie Journalistin gerne auch mal einen Blick über den Tellerrand des eigenen Fachs hinaus und schreibt Reiseberichte für diverse Medien.
Leseprobe
Kunst hat uns etwas zu sagen - Hat sie das?
Wir leben bekanntlich in einer Kommunikationsgesellschaft, und das nicht erst seit gestern. Allerdings stehen uns heute viel mehr technische Mittel des Informationsaustausches zur Verfügung als beispielsweise noch unsern Großeltern. Was sich aber bis heute nicht geändert hat, sind die Grundsätze des Informationsflusses, wie sie in sogenannten "Kommunikationsmodellen" dargestellt werden. Ihnen gemeinsam ist das Grundschema von Produzent Mitteilung Konsument. Oder anders: Sender Botschaft/ Medium Empfänger. Das heißt nichts anderes, als dass Kommunikation eine Übermittlung von Information von einem Absender zu einem Empfänger mittels eines Mediums ist.
Sie sind gefragt: Was heißt das für Sie als Betrachter oder Betrachterin von Kunst? Wie sieht ein entsprechendes Diagramm aus, an dem Sie beteiligt sind?
Antwort: Wenn wir davon ausgehen, dass der Künstler seine gestalterische Botschaft nicht einfach ins Nichts hinausschickt, sondern mit einem Publikum rechnet, sieht das Diagramm so aus:
Künstler Kunstwerk Publikum/ Ich
Übertragen auf die Kunst ist das Kunstwerk das Bindeglied oder Medium, das die Informationen beziehungsweise Botschaft an Sie übermittelt. Der Künstler aber ist der Urheber, derjenige, der etwas mitzuteilen hat. Oder anders gesagt: keine Kunst ohne Künstler.
2|1 Keine Kunst ohne KünstlerSie sind gefragt: Welche Künstler kennen Sie (ankreuzen) und von welchem haben Sie auch schon einmal ein Werk gesehen? (Buchstabe ins passende Kästchen setzen.)
Andy Warhol (A)
Leonardo da Vinci (B)
Claude Monet (C)
Pablo Picasso (D)
Antwort: B, C, A, D.
Kennen Sie einen, zwei oder alle? Leonardo da Vinci, das Universalgenie des 15. Jahrhunderts, Maler der Mona Lisa? Claude Monet, dessen Ausstellungen jeweils Rekordbesucherzahlen erzielen und dessen berühmte Seerosen- und Blumenbilder beliebte Kalendermotive sind? Pablo Picasso, der Maler des 20. Jahrhunderts schlechthin, oder Andy Warhol, der Mitbegründer der Pop-Art, dessen Porträt Marilyn Monroe zum Status einer Pop-Ikone verhalf? Bei allen genannten Malern sind sich Fachkreise und Laien einig: Es handelt sich zweifelsfrei um Künstler. Niemand käme auf die Idee, ihr Können oder ihre Leistungen infrage zu stellen. Was aber unterscheidet sie von anderen Malenden, die diesen Titel nicht für sich beanspruchen können? Was genau macht einen Künstler aus?
"Er ist eben ein Künstlertyp." Ein oft gehörter Satz. Eine Mischung aus Bewunderung und Entschuldigung, aus der man nicht ganz klug wird. Ein Satz, der vieles offen lässt, anderes ausschließt, aber mit Sicherheit bestimmte Vorstellungen in Ihnen weckt. Natürlich gibt es nicht den Künstler, ebenso wenig wie es den Pfarrer, den Lehrer oder den Arzt gibt, und doch scheinen sich gewisse Eigenschaften, Erwartungen und Ansprüche unter dem Begriff Künstler zu subsumieren.
Sie sind gefragt: Mit welchen positiven oder negativen Eigenschaften charakterisieren Sie den "Künstlertyp"?
Antwort: Wie wär's mit: außergewöhnlich, genial, begabt, verrückt, voller Ideen, ein Könner, ein Einzelgänger, ein Individualist, ein Außenseiter, schräg, würde ihm meine Buchhaltung nicht anvertrauen etc.?
Die wohl früheste Beschreibung von Künstlern findet sich im 2. Buch Moses im Alten Testament der Bibel. Verfasst im 5. Jahrhundert v. Chr. nimmt das Zeugnis Bezug auf die Erbauung der Stiftshütte, des transportablen Heiligt