Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg, Note: 1, Universitt Wien (Institut fr Zeitgeschichte), Veranstaltung: Forschungsseminar Preuische Junker und Wiener Madeln - der deutschsprachige Spielfilm von 1930 bis 1950, Sprache: Deutsch, Abstract: Der Name Leni Riefenstahl steht heute als Synonym fr die "Nazi-sthetik" des Dritten Reiches. Bereits als Schler wird man im Geschichtsunterricht mit ihrem heroisch verklrten Dokumentarstil konfrontiert, whrend Hitler in gut choreographierter Umgebung laut krchzend in Nrnberg seine Reden schwingt. Heute erscheint uns vieles an diesen Propagandafilmen lcherlich, dennoch spielten sie im Kontext der Zeit eine bedeutende Rolle. Mittels Kinofilmen sollte ein berhhtes Bild des Fhrers, des herrschenden Regimes auf emotionaler Basis ber hochstilisierte Bilder an die Masse der Bevlkerung bermittelt werden. Ebenso wie ihre Parteitagsfilme nach "innen" fr das Regime werben sollten, war die Intention ihrer Olympia-Dokumentation, fr entsprechend positive Stimmung im Ausland zu sorgen. Riefenstahls spezieller Kamera-Stil ist noch immer untrennbar mit dem deutschen Faschismus verflochten. Als die deutsche Gruppe Rammstein vor einigen Jahren eigentlich unpolitische Szenen aus Riefenstahls Olympiadokumentation in ihr Video einfgte, lste dies eine Welle der Emprung aus. Warum haben die Arbeiten Leni Riefenstahls noch immer nichts an ihrer zweifelhaften Symbolkraft verloren? Liegt es an der schillernden, aber um nichts weniger zwielichtigen Protagonistin und ihre eigen(artig)e Sicht der Geschichte oder strahlen ihre Werke doch eine gewisse Faszination aus? Um der Wahrheit vielleicht ein Stckchen nher zu kommen, habe ich mich in der vorliegenden Arbeit zu allererst mit dem Phnomen Bergfilm auseinandergesetzt. Leni Riefenstahls Charakter und unbndiger Karrieredrang wird im anschlieenden Kapitel unter die Lupe genommen. Im Kern mchte ich mich aber mit ihrem Regieerstling "Das blaue Licht" beschftigen, der die Grundlage fr ihre Karriere im Dritten Reich bildete. Sehr interessant ist dabei auch die Frage nach der persnlichen Einstellung Riefenstahls zum System, das sie durch ihre sthetik propagiert. Hinsichtlich der Quellenlage konzentrierte ich mich besonders auf Leni Riefenstahls Memoiren und die Filme "Das Blaue Licht" (D 1932), "Die Nibelungen Teil 1: Siegfrieds Tod" (D. 1924) sowie Fancks "Weier Rausch (D. 1931), weiters zog ich einige Biografien ber Leni Riefenstahl und filmtheoretische Schriften hinzu.