Mit der Verabschiedung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes wurde für die handelsrechtliche Rechnungslegung das Ziel formuliert, eine Abkopplung von der steuerlichen Bilanzierung zu erreichen und die Informationslage der Jahresabschlussadressaten zu verbessern. Trotz dieser Zielsetzung kommen weiterhin die steuerlichen Leasingerlasse zur Anwendung, die jedoch zu einer 'Alles-oder-Nichts'-Entscheidung bei der Leasingobjektzurechnung führen und deshalb den wirtschaftlichen Gehalt eines Leasingvertrages nicht korrekt erfassen können. Somit ist die Zielsetzung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes verfehlt, die Informationsfunktion des Jahresabschlusses zu stärken. Deshalb sucht diese Studie alternative Zurechnungs- bzw. Bilanzierungsvorschriften für Leasingverträge, die der Zielsetzung der handelsrechtlichen Rechnungslegung gerecht werden, also ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- Finanz und Ertragslage zu vermitteln. Dazu werden insbesondere die Vorschriften zur internationalen Leasingbilanzierung herangezogen, also der Standard zur Leasingbilanzierung nach IFRS, IAS 17 und der kürzlich veröffentlichte Exposure Draft 'Leases' mit seinem Right-of-Use-Ansatz. Als Nebenziel wurde trotz der veränderten Zurechnungs- bzw. Bilanzierungsvorschriften eine weitestgehend unveränderte Steuerbelastung gesetzt. Um die vorgenannten Untersuchungsziele zu erreichen, wird in einem ersten Schritt die aktuelle steuer- und handelsrechtliche Leasingbilanzierung dargestellt, getrennt nach Zurechnungs- und Bilanzierungsvorschriften. Im Anschluss daran wird eine Vergleichsbasis geschaffen, die es erlaubt, die Steuerbelastung auf Basis der steuer- und handelsrechtlichen Leasingbilanzierung mit der Steuerbelastung entsprechend der internationalen Leasingbilanzierung zu vergleichen. Dazu wird eine Kapitalwertberechnung für zwei unterschiedliche Leasingverträge vorgenommen, jeweils aus Leasingnehmer- und Leasinggebersicht. Nachdem diese Vergleichsbasis geschaffen wurde, können die Zurechnungs- und Bilanzierungsvorschriften des IAS 17 bzw. des Exposure Draft 'Leases' dargestellt werden - insbesondere im Hinblick auf die 'Alles-oder-Nichts'-Entscheidung. Nach Abschluss des qualitativen Vergleichs wird ein quantitativer Vergleich in Bezug auf die Steuerbelastung vorgenommen. Dazu werden die Ergebnisse der Kapitalwertberechnungen auf Basis der internationalen Leasingbilanzierung mit der zuvor definierten Vergleichsbasis gegenübergestellt.



Zusammenfassung
Mit der Verabschiedung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes wurde fur die handelsrechtliche Rechnungslegung das Ziel formuliert, eine Abkopplung von der steuerlichen Bilanzierung zu erreichen und die Informationslage der Jahresabschlussadressaten zu verbessern. Trotz dieser Zielsetzung kommen weiterhin die steuerlichen Leasingerlasse zur Anwendung, die jedoch zu einer 'Alles-oder-Nichts'-Entscheidung bei der Leasingobjektzurechnung fuhren und deshalb den wirtschaftlichen Gehalt eines Leasingvertrages nicht korrekt erfassen konnen. Somit ist die Zielsetzung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes verfehlt, die Informationsfunktion des Jahresabschlusses zu strken. Deshalb sucht diese Studie alternative Zurechnungs- bzw. Bilanzierungsvorschriften fr Leasingvertrge, die der Zielsetzung der handelsrechtlichen Rechnungslegung gerecht werden, also ein den tatschlichen Verhltnissen entsprechendes Bild der Vermgens- Finanz und Ertragslage zu vermitteln. Dazu werden insbesondere die Vorschriften zur internationalen Leasingbilanzierung herangezogen, also der Standard zur Leasingbilanzierung nach IFRS, IAS 17 und der krzlich verffentlichte Exposure Draft 'Leases' mit seinem Right-of-Use-Ansatz. Als Nebenziel wurde trotz der vernderten Zurechnungs- bzw. Bilanzierungsvorschriften eine weitestgehend unvernderte Steuerbelastung gesetzt. Um die vorgenannten Untersuchungsziele zu erreichen, wird in einem ersten Schritt die aktuelle steuer- und handelsrechtliche Leasingbilanzierung dargestellt, getrennt nach Zurechnungs- und Bilanzierungsvorschriften. Im Anschluss daran wird eine Vergleichsbasis geschaffen, die es erlaubt, die Steuerbelastung auf Basis der steuer- und handelsrechtlichen Leasingbilanzierung mit der Steuerbelastung entsprechend der internationalen Leasingbilanzierung zu vergleichen. Dazu wird eine Kapitalwertberechnung fr zwei unterschiedliche Leasingvertrge vorgenommen, jeweils aus Leasingnehmer- und Leasinggebersicht. Nachdem diese Vergleichsbasis geschaffen wurde, knnen die Zurechnungs- und Bilanzierungsvorschriften des IAS 17 bzw. des Exposure Draft 'Leases' dargestellt werden - insbesondere im Hinblick auf die 'Alles-oder-Nichts'-Entscheidung. Nach Abschluss des qualitativen Vergleichs wird ein quantitativer Vergleich in Bezug auf die Steuerbelastung vorgenommen. Dazu werden die Ergebnisse der Kapitalwertberechnungen auf Basis der internationalen Leasingbilanzierung mit der zuvor definierten Vergleichsbasis gegenbergestellt.
Titel
Leasingverträge: Ist der Right-of-Use-Ansatz der IFRS eine Alternative für die handels-und steuerrechtliche Leasingbilanzierung?
EAN
9783842828742
ISBN
978-3-8428-2874-2
Format
E-Book (pdf)
Herausgeber
Veröffentlichung
31.05.2012
Digitaler Kopierschutz
frei
Dateigrösse
0.49 MB
Anzahl Seiten
84
Jahr
2012
Untertitel
Deutsch