Die steigende Anzahl an Unterhaltungs- und Komfortfunktionen im Fahrzeug stellt für die Automobilindustrie in zweierlei Hinsicht eine Herausforderung dar. Zum einen will man für den Kunden eine möglichst attraktive Auswahl an Informations- und Unterhaltungsfunktionen, wie Navigation, Telefon, Audiomedien oder Bordcomputer bereitstellen, zum anderen aber soll der Fahrer möglichst wenig von der eigentlichen Fahraufgabe abgelenkt werden. Grundlage dieser Arbeit ist die Vermutung, die Voraussetzungen für eine positive Bewertung, also für die Akzeptanz eines Infotainmentsystems, liegen in den bisherigen Erfahrungen des Kunden, in dessen Persönlichkeitseigenschaften, sowie in einer effizienten Bedienbarkeit des Systems begründet. Für die Untersuchung eines hierfür formulierten Modells der Akzeptanzentwicklung wurden Methoden entwickelt, um Probanden nach Persönlichkeitseigenschaften wie Technikinteresse und Ängstlichkeit mit neuartigen Bedienkonzeptkomponenten zu konfrontieren. Grundlage für die Methodenkonstruktion bieten dabei theoretische Ansätze aus der Akzeptanzforschung, den Kognitionswissenschaften und der Ergonomie. Neben einer generellen Bewertung von Funktionen und Bedien- und Anzeigeelementen der Mensch-Maschine-Schnittstelle wurde im Fahrsimulator anschließend die erste Interaktion von 42 Probanden mit neuartigen Bedien- und Anzeigeelementen, wie einem Touchpad zur Buchstabeneingabe und einem Head-Up-Display zur Informationsausgabe beobachtet und subjektive Erfahrungen und Bewertungen erhoben. Es konnte gezeigt werden, dass Vorerfahrungen und Persönlichkeitsmerkmale maßgeblich die Erwartung gegenüber der Nützlichkeit und Bedienbarkeit eines neuen Bedien- und Anzeigekonzepts beeinflussen, für die Bewertung nach dem Erstkontakt jedoch die Interaktions-Effizienz Grundlage für ein Akzeptanzurteil ist.