Der unerwartete Thronwechsel 1730 von Zar Peter?II. zu Zarin Anna war ein Ereignis europäischer Dimension. Die Betrachtung der diplomatischen Netzwerke legt offen, dass dabei weniger die Ereignisse im Russischen Reich selbst adäquat beschrieben wurden, sondern die Meldungen zumeist Gerüchte und stereotype Wertungen widerspiegelten. 1730 wurde zum ersten Mal eine Frau aus eigenem Recht zur Zarin erhoben. Die Betrachtung des Geschlechts bringt Spezifika weiblicher Herrschaft zutage. Der russländische Adel wollte Anna zudem Machtbeschränkungen auferlegen. Diese Vorgänge gefährdeten die ohnehin fragilen europäischen Bündnisse, die die Zarin sofort geschickt zu festigen wusste. Durch die Infragestellung einer oftmals angenommenen Ost-West-Dichotomie können europäische Verflechtungen und Interdependenzen zwischen den Höfen aufgezeigt werden. Der polyzentrische und akteursbezogene Ansatz des Buches ermöglicht neue Erkenntnisse über die verschiedenen Kommunikationsarten und -wege des diplomatischen Netzwerkes europäischer Gesandten in der Frühen Neuzeit.

Steven Müller-Uhrig studierte in Heidelberg, St. Petersburg und Wien Mittlere und Neuere sowie Osteuropäische Geschichte. 2019 wurde er an der Friedrich-Schiller-Universität Jena im Fach Geschichte promoviert.



Autorentext

Steven Müller-Uhrig studierte in Heidelberg, St. Petersburg und Wien Mittlere und Neuere sowie Osteuropäische Geschichte. 2019 wurde er an der Friedrich-Schiller-Universität Jena im Fach Geschichte promoviert.



Klappentext

Der unerwartete Thronwechsel 1730 von Zar Peter II. zu Zarin Anna war ein Ereignis europäischer Dimension. Die Betrachtung der diplomatischen Netzwerke legt offen, dass dabei weniger die Ereignisse im Russischen Reich selbst adäquat beschrieben wurden, sondern die Meldungen zumeist Gerüchte und stereotype Wertungen widerspiegelten. 1730 wurde zum ersten Mal eine Frau aus eigenem Recht zur Zarin erhoben. Die Betrachtung des Geschlechts bringt Spezifika weiblicher Herrschaft zutage. Der russländische Adel wollte Anna zudem Machtbeschränkungen auferlegen. Diese Vorgänge gefährdeten die ohnehin fragilen europäischen Bündnisse, die die Zarin sofort geschickt zu festigen wusste. Durch die Infragestellung einer oftmals angenommenen Ost-West-Dichotomie können europäische Verflechtungen und Interdependenzen zwischen den Höfen aufgezeigt werden. Der polyzentrische und akteursbezogene Ansatz des Buches ermöglicht neue Erkenntnisse über die verschiedenen Kommunikationsarten und -wege des diplomatischen Netzwerkes europäischer Gesandten in der Frühen Neuzeit.



Zusammenfassung

Der unerwartete Thronwechsel 1730 von Zar PeterII. zu Zarin Anna war ein Ereignis europäischer Dimension. Die Betrachtung der diplomatischen Netzwerke legt offen, dass dabei weniger die Ereignisse im Russischen Reich selbst adäquat beschrieben wurden, sondern die Meldungen zumeist Gerüchte und stereotype Wertungen widerspiegelten. 1730 wurde zum ersten Mal eine Frau aus eigenem Recht zur Zarin erhoben. Die Betrachtung des Geschlechts bringt Spezifika weiblicher Herrschaft zutage. Der russländische Adel wollte Anna zudem Machtbeschränkungen auferlegen. Diese Vorgänge gefährdeten die ohnehin fragilen europäischen Bündnisse, die die Zarin sofort geschickt zu festigen wusste. Durch die Infragestellung einer oftmals angenommenen Ost-West-Dichotomie können europäische Verflechtungen und Interdependenzen zwischen den Höfen aufgezeigt werden. Der polyzentrische und akteursbezogene Ansatz des Buches ermöglicht neue Erkenntnisse über die verschiedenen Kommunikationsarten und -wege des diplomatischen Netzwerkes europäischer Gesandten in der Frühen Neuzeit.

Titel
Wer regiert Russland?
Untertitel
Das Aufbegehren des russischen Adels 1730 als vermeintliche Gefährdung der Monarchen Europas
EAN
9783205212799
Format
E-Book (pdf)
Veröffentlichung
08.03.2021
Digitaler Kopierschutz
frei
Dateigrösse
3.87 MB
Anzahl Seiten
434