Die Existenz von Nachbarschaften mit hohem Zuwandereranteil wird in verschiedenen europäischen Ländern skandalisiert, obgleich aus wissenschaftlicher Sicht stark angezweifelt wird, ob vom Leben in solchen Quartieren negative Effekte für die Integration der Bewohner ausgehen. Die Arbeit nutzt den Ansatz der sozialkonstruktivistischen Interpretativen Policy-Analyse als Analyserahmen und vergleicht, mit welchen wohnungspolitischen Eingriffen in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien eine "ethnische Mischung" der Quartiersbevölkerung angestrebt wird. Dabei zeigt sich, dass ethnische Segregation in allen drei Ländern durch die Heterogenität der wohnungspolitischen Zielsetzungen häufig erst geschaffen wurde.



Zum Umgang mit ethnischer Segregation im europäischen Vergleich

Vorwort
Zum Umgang mit ethnischer Segregation im europäischen Vergleich

Autorentext
Sybille Münch ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. in Frankfurt/Main.

Zusammenfassung
'One ofthe most significant developments in the social geography ofmajor West European cities during the past few decades has been the settlement oflarge and diversified ethnic minority populations' halten Kestelootlvan WeeseplWhite (1997: 100) fest. Doch während die enge Verbindung von Migration und Stadtzu den Gemeinplätzen von Sozialgeographie und Soziologie gehört (Fischer­ KrapohllWaltz 2007: 8; Häußermann/Siebel200I:68) undviele Städte mittlerweile ihreAttraktivitätfiirZuwanderer' inZeitenvonGlobalisierung unddemographischem Wandel als Standortfaktor erkannt haben, ist diese scheinbar natürliche Symbiose in denmeisten Staatennicht selbstverständlich. Verbreitetist das Deutungsmuster, die Integration der ethnischen Minderheiten sei mangelhaft, ihre räumliche Konzentration in bestimmten Stadtteilen nehme zu und wirke sich wiederum negativ aufdie Integration der Bewohner aus. Problemaufriss 2 Die Existenz von Nachbarschaften mit einem hohenAnteil Migranten wird welt­ weitinsehrunterschiedlichenStaatenals Problemwahrgenommen. So verschiedene Länder wie das weitgehend ethnisch homogene Finnland (Vilkarna 2007) und das liberale Wohlfahrtsregime des Einwanderungslandes USA teilen Versuche, durch den Abbau von ethnischer Segregation und die Herstellung einer ethnischen Mischung Integration fördern zu wollen. Maßnahmen reichen von strengen Ober­ grenzen und Quotierungen bis zu US-amerikanischen Mobilitätsprograrnmen (Gautreaux, Moving to Opportunity)3, die über die Vergabe von Gutscheinen an 1 Die weibliche Form sei in der folgendenArbeit stets mitgedacht. 2 Die Begriffe Zuwanderer und Migrant sowie Person mit Migrationshintergrund werden syno­ nym verwendet.

Inhalt
Segregation und ihre Folgen - Einführung In den Forschungsstand.- Die Konstruktion sozialer Phänomene als soziale Probleme.- Interpretative Weiterentwicklung der Policy-Forschung.- Methodische Operationalisierung der Fragestellung.- Kontextualisierung der Mischungsdlskurse.- Konstruktion und Bearbeitung des Problems Segregation.- Zusammenfassung und Ausblick.
Titel
Integration durch Wohnungspolitik?
Untertitel
Zum Umgang mit ethnischer Segregation im europäischen Vergleich
EAN
9783531925714
Format
E-Book (pdf)
Veröffentlichung
25.11.2010
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
48.16 MB
Anzahl Seiten
484
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