Was zeigt die Krümmung eines Baumes an? Wie erkenne ich an Regenpfützen, wo Norden ist? Und was verrät der Sand unter unseren Füßen über Ebbe und Flut? Der sympathische Abenteurer Tristan Gooley zeigt, wie man sich in Landschaften und Städten, im Wald oder an der Küste orientieren kann - einzig mit den Sinnen. Ohne Landkarte oder GPS, nur mithilfe der Gestirne und Elemente. Dabei geht es nicht nur um Outdoorabenteuer oder Überlebenstraining, sondern um eine beeindruckende, einfach zu erlernende Kunst. Dieses Buch bringt uns bei, genau hinzuschauen, zu riechen, zu hören. Sowohl enthusiastische Nachahmer als auch Daheimgebliebene finden in der Mischung aus Fakten, Erfahrungsberichten, Mythen, Kulturgeschichte und Anekdoten eine spannende Lektüre.

Tristan Gooley, geboren 1973, studierte viele Jahre die natürliche Navigation, erprobte sie auf Abenteuerreisen und Bergbesteigungen. Als einziger Mensch überquerte er den Atlantik im Soloflug sowie im Einhandsegler. Er ist Mitglied der Royal Geographical Society sowie des Royal Institute of Navigation und gibt Kurse in 'Natürlicher Orientierung'. naturalnavigator.com

Vorwort
Vergessen Sie GPS und Navi. Folgen Sie einfach den Zeichen der Natur!

Autorentext

Tristan Gooley, geboren 1973, studierte viele Jahre die natürliche Navigation, erprobte sie auf Abenteuerreisen und Bergbesteigungen. Als einziger Mensch überquerte er den Atlantik im Soloflug sowie im Einhandsegler. Er ist Mitglied der Royal Geographical Society sowie des Royal Institute of Navigation und gibt Kurse in "Natürlicher Orientierung". naturalnavigator.com



Leseprobe
VORWORT Zwei Reisen Die Idee zu diesem Buch kam mir vor vielen Jahren, sie entsprang dem Bedürfnis nach einer Rettungsaktion. Eine ganz grundlegende Fähigkeit der Menschen war im Begriff, an eine effiziente und allgegenwärtige Technologie verloren zu gehen, die unsere räumliche Orientierung zu beherrschen begann. Ich träumte davon, all die Methoden natürlicher Navigation aufzuzeichnen, bevor sie irgendwann vollständig vergessen wären. Dieser Wunsch wurde im Lauf der Jahre immer drängender, zumal die moderne Welt die Möglichkeiten dieser seltenen Fertigkeit auch vollkommen unterschätzte. Niemand schien die früheren Überlebensstrategien als Kunst auch für unsere Zeit zu betrachten, für mich aber sind sie das: eine Kunst, die am schönsten und wirkungsvollsten ist, wenn sie als etwas Auserlesenes und Tiefgründiges gesehen wird und nicht nur als ein Kapitel der Geschichte oder als eine Reihe von Tricks, die moderne Überlebenskünstler anwenden. Als ich zehn war, machten wir im Sommer Urlaub in Bembrigde auf der Isle of Wight. Nach einem fünftägigen Segelkurs auf einer Holzjolle fragte der Segellehrer meinen Kumpel und mich, als wir die Jolle startklar machten : » Wo wollt ihr denn heute hinsegeln ? « Lässig sprachen wir über die möglichen Ziele, als sei dies die normalste Sache der Welt. Dann ließen wir beiden Jungs unsere Mirror zu Wasser, setzten Segel und nahmen Kurs auf einen nahe gelegenen Strand zum Picknick. Ich erinnere mich noch, wie wir dabei in unserer Phantasie durch die Hochsee schipperten - das Boot mit den Betreuern segelte rücksichtsvoll außer Sichtweite. Ich war erst zehn Jahre alt und hatte mir schon die Fähigkeit erworben, zu segeln, wohin ich wollte - nicht wohin die Lehrer mich schickten, nicht wohin meine Eltern wollten, sondern wohin mich selbst es zog. Ganz schön verwegen ! Mit der Zeit wurden meine Reisen anspruchsvoller, und mit Mitte zwanzig hatte ich eine gewisse Erfahrung im Wandern, Segeln und Fliegen von Leichtflugzeugen. Mich faszinierte nicht so sehr die körperliche Betätigung, sondern die Wissenschaft und die Kunstfertigkeit, von A nach B zu kommen, das Know-how, mit dem ich Reisen planen und durchführen konnte. Und ich entdeckte, dass diese wunderbare Kunst einen Namen hat : Navigation. Um mich darin zu üben, beschloss ich, den Atlantik erst im Alleinflug, dann einhand mit dem Boot zu überqueren. Ganze sieben Jahre später - ich war währenddessen zweimal Vater geworden, und der Arbeitsdruck war immens - war es so weit: Prinz Philip verlieh mir am 1. Januar 2008 vor der Royal Geographical Society den Royal Institute of Navigation's Award. In diesem Buch geht es um eine andere Reise ; sie fand im Schatten meiner von den Medien begleiteten Atlantiküberquerungen statt - und ist auch die weitaus interessantere. Während ich nachts Bücher über Luftrecht und Funkverkehr las, musste ich leider feststellen, dass diese formalen und technischen Details nur wenig mit der Leidenschaft zu tun hatten, die mich seit meiner frühen Kindheit fesselte. Es war frustrierend. Ich reiste schon immer gern, lange bevor ich begriff, dass sich in dem Wort » Navigation« meine unterschiedlichen Interessen vereinen könnten. Aufregend war für mich die Verbundenheit mit der Natur, die ich auf Reisen empfand, der Kontakt mit der Welt um mich herum. Ich begann mich so umfassend wie möglich über instrumentenlose Navigation zu informieren - die Fähigkeit, eine Art » natürlichen Kompass« zu verwenden. Und die Frustration verschwand, während sich dieses neue Interesse immer intensiver entwickelte. Während ich mir die Fertigkeiten aneignete, um die erträumten Reisen zu unternehmen, musste ich eine andere Welt betreten, eine Welt, die von meinen romantischen Vorstellungen und Sehnsüchten so weit entfernt war, wie man sich nur denken kann: Monitore, Bürokram, Checklisten, unzählige Abkürzungen. Ich lernte, was GPS ist, AIS, ILS, ADF, NDB, VHF, DME, UHF, SSB, VOR, ASI, VSI ... Die Liste nimmt kein Ende. Klar, ich musste diese Welt begreif
Titel
Der natürliche Kompass
Untertitel
Mit allen Sinnen unterwegs
Übersetzer
EAN
9783492952835
Format
E-Book (epub)
Herausgeber
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
2.08 MB
Anzahl Seiten
288
Features
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet