Angst ist kein charakterlicher Makel, sondern unser wichtigster Überlebensmechanismus. Wenn dieser Instinkt auf neurologischer Ebene ausgelöscht wird, ist das Ergebnis nicht heroisch, sondern katastrophal. Das Klüver-Bucy-Syndrom ist ein seltenes neurologisches Krankheitsbild, das durch schwere beidseitige Läsionen der Amygdala und der Schläfenlappen verursacht wird. Patienten mit diesem Syndrom verlieren buchstäblich die Fähigkeit, Angst zu empfinden. Ein Mensch würde ohne Zögern eine giftige Schlange greifen oder in ein offenes Feuer fassen. Begleitet wird diese Furchtlosigkeit von einer extremen "Hyperoralität" - dem unkontrollierbaren Zwang, absolut jeden Gegenstand zur Untersuchung in den Mund zu stecken, ähnlich wie bei einem Säugling. Dieses Buch dekonstruiert die Mechanik der Gefahrenwahrnehmung. Es zeigt anhand der historischen Makaken-Experimente von Heinrich Klüver und Paul Bucy, wie die Zerstörung mikroskopischer Hirnareale das komplette emotionale und sexuelle Verhalten eines Lebewesens auf Werkseinstellungen zurücksetzt. Begreifen Sie die Biologie der Furcht. Eine fesselnde Analyse über den Moment, in dem das Gehirn seine eigene Überlebenssoftware unwiderruflich löscht.



Autorentext

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Titel
Furchtlose Mündigkeit: Der neurologische Verlust der absoluten Gefahrenerkennung
Untertitel
Lsionen, Zwangshandlungen, und die fatale Zerstrung der menschlichen Amygdala in der Hirnforschung
EAN
9783565359493
Format
E-Book (epub)
Hersteller
Veröffentlichung
26.03.2026
Digitaler Kopierschutz
frei
Dateigrösse
0.89 MB
Anzahl Seiten
145