In den 1960er Jahren stand die Automobilwelt Kopf. Ein genialer deutscher Ingenieur namens Felix Wankel hatte den fehlerhaften, rüttelnden Kolbenmotor scheinbar in die Rente geschickt. Sein Kreiskolbenmotor kam völlig ohne Ventile oder Pleuelstangen aus, bot enorme Laufruhe bei hohen Drehzahlen und war winzig klein. Nahezu alle großen Autohersteller der Welt kauften Lizenzen, um die Zukunft zu bauen. Doch das Design barg einen unüberwindbaren geometrischen und thermodynamischen Konstruktionsfehler. Der dreieckige Rotor schuf langgezogene, flache Verbrennungskammern, in denen die Flammenfront das Gemisch nicht effizient entzünden konnte. Schlimmer noch waren die mikroskopischen Dichtleisten an den Ecken des Rotors. Sie rieben sich bei extremer Hitze und Fliehkraft rasend schnell ab, was zu massiven Motorschäden, extrem hohem Ölverbrauch und katastrophalen Abgaswerten führte, die der Wankelmotor niemals beherrschen konnte. Dieses Buch dokumentiert den Aufstieg und den harten Absturz der wohl faszinierendsten Alternative zum Hubkolbenmotor. Sie lernen die komplexe Physik der Rotationsverbrennung, den mutigen Einsatz im legendären NSU Ro 80 und das finale Todesurteil durch die Ölkrise von 1973. Öffnen Sie die Haube eines verlorenen Traums. Verstehen Sie, warum die brilante mechanische Eleganz des Wankelmotors am Ende von der schlichten Thermodynamik besiegt wurde.



Autorentext

Author

Titel
Taumelnde Rotoren: Thermische Ineffizienz des Wankelmotors
Untertitel
Dichtleisten, Kammern, und das mechanische Scheitern der alternativen Verbrennungstechnik in der Automobilgeschichte, 1957-1977
EAN
9783565385935
Format
E-Book (epub)
Hersteller
Veröffentlichung
05.04.2026
Digitaler Kopierschutz
frei
Dateigrösse
0.95 MB
Anzahl Seiten
146