Welche philosophischen Grundannahmen prägen die psychologische Forschung und welche Konsequenzen ergeben sich für Theorie und Praxis? Volker Gadenne widmet sich in diesem Fachbuch den Fragen an der Schnittstelle von Philosophie des Geistes, Erkenntnistheorie und empirischer Psychologie. Sein Ziel: die Debatte der analytischen Philosophie für Psycholog*innen und Humanwissenschaftler*innen zugänglich zu machen und deren Relevanz für die Forschungspraxis aufzuzeigen.
Das Werk behandelt das Körper-Geist-Problem, die Natur mentaler Zustände Qualia, Intentionalität, Bewusstsein sowie Willensfreiheit und Determinismus. Gadenne führt durch die Positionen: vom Dualismus über Behaviorismus und Identitätstheorie bis zum Funktionalismus und zur Emergenztheorie. Er analysiert, ob psychologische Gesetze als strikte Regularitäten oder als Ceteris-paribus-Aussagen zu verstehen sind, und setzt sich mit dem radikalen Konstruktivismus auseinander.
Philosophische Konzepte werden an psychologischen Forschungsbeispielen veranschaulicht. Auch Leser*innen ohne philosophische Vorkenntnisse können den Argumentationen folgen. Das Buch richtet sich an Forschende, Lehrende und Studierende der Psychologie sowie angrenzender Disziplinen, die die theoretischen Grundlagen ihres Faches reflektieren möchten. Es liefert ein Fundament für die methodologische Selbstreflexion.
Klappentext
Die Philosophie des Geistes und die Wissenschaftstheorie haben in den letzten Jahren viele neue Erkenntnisse zu den Grundlagen der Psychologie gewonnen. Die Psychologie ist stets mit philosophischen Fragen konfrontiert: Sind «Geist» und «Seele» menschliche Erfindungen? Lassen sich subjektive Erlebnisse auf Gehirnzustände reduzieren? Gibt es psychologische Gesetze? Wenn ja, welche Form haben sie? Kann man menschliches Handeln wie Naturereignisse erklären? Besitzt der Mensch Willensfreiheit? Mögliche Antworten auf diese Fragen werden dargestellt. Anschließend wird jeweils diskutiert, was aus diesen Antworten folgt, einerseits für die Psychologie als Wissenschaft, andererseits für das menschliche Selbstverständnis.