Was der Mensch nicht wissen darf Nach Durch den Schnee und Linkes Ufer erscheint nun der dritte Band der Erzählungen aus Kolyma. Er enthält zwei Zyklen des monumentalen Werks Warlam Schalamows. Wieder entführt er den Leser in die erbarmungslose Welt der sibirischen Lager und erzählt die Geschichte der Besiegten. Im Mittelpunkt steht in diesem dritten Band die meisterhaft geschilderte Ganovenwelt im Lager, ihr Alltag, ihre Sprache, ihre Sitten und ihr Verhältnis zu den politischen Gefangenen.

"Seltsam harmlos wirkt sogar Solschenizyns 'Archipel Gulag' im Vergleich zu den Erzählungen von Warlam Schalamow, die als Absolutum in der Geschichte der Literatur gelten und nun erstmals vollständig auf Deutsch erscheinen. Nach zwanzig Jahren Zwangsarbeit in Stalins Lagern hat Schalamow heimlich seine Erinnerungen an Sibirien geschrieben: sechs Zyklen des Grauens, aber auch Hunderte Erzählungen, in denen sich wie in Eiskristallsplittern neben dem Grauen auch elementare Erfahrungen des Daseins verdichten. Das Namenlose des Schreckens, das Unsägliche der Gewalt implodieren in Schalamows Kürzesterzählungen zu Weltformeln des Poetischen."[Quelle: Stefan Zweifel, Du - Kulturmagazin, Juli/August 2011]"Der neue Band 'Künstler der Schaufel' der von Gabriele Leupold exzellent übersetzten Schalamow-Werkausgabe führt weitere Kreise der Kolyma-Hölle vor. Schalamow ist längst zu einem Dante des 20. Jahrhunderts geworden. Wer glaubt, das Inferno aus den beiden vorangegangenen Bänden bereits zu kennen, muss irren. Dieser Autor täuscht jede simple Erwartung, das vermeintlich Bekannte bekommt fortwährend neue Schattierungen. Seine lakonischen Erzählungen sind unvorhersehbar, sprunghaft, dicht. Was der Dichter in einer gewaltigen Gedächtnisleistung in den 'Erzählungen aus Kolyma' versammelt, ist nicht weniger als die Enzyklopädie des Menschlichen und des Unmenschlichen."[Quelle: Ralph Dutli, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. November 2010]"Eine Lektüre, die einem für Stunden alles vergällen kann, ein Lesestoff, der sonnige Tage verdüstert und schwarze noch schwärzer macht. Und obwohl dies so ist, kommt man von diesem dritten Band der Kolyma-Trilogie von Warlam Schalamow nicht los. Warlam Schalamows Rang als Schriftsteller liegt einerseits in der lakonischen Verknappung des eigentlich Unsagbaren - das ist schon eine Kunst. Und andererseits darin, dass er, für sich und für seine Leser, so schrecklich genau hinschaut, dass er mit grösster Beherrschung aufschreibt, wie es war. Mehr ist es nicht - aber das ist viel."[Quelle: Cord Aschenbrenner, Neue Zürcher Zeitung, 10. Juni 2010]"Drei Bände dieser 'Erzählungen aus Kolyma' hat der Berliner Verlag Matthes & Seitz inzwischen herausgebracht. Und man sollte ihm alle verfügbaren Verlegerpreise verleihen, für die Edition und auch für die herausragende Übersetzung von Gabriele Leupold. In Deutschland also findet Schalamow endlich seinen gerechten Plat

Autorentext
Warlam Schalamow, 1907 im nordrussischen Wologda als Sohn eines orthodoxen Geistlichen geboren, studierte zunächst sowjetisches Recht in Moskau. Nach seiner Verhaftung wegen »konterrevolutionärer Agitation« wurde er zu Lagerhaft im Ural verurteilt und in die Kolyma-Region um den gleichnamigen Fluss im Nordosten Sibiriens deportiert. 1956 kehrte er nach Moskau zurück, wo er 1982 starb. Bei Matthes & Seitz Berlin erscheint eine Ausgabe seiner Werke in Einzelbänden.

Klappentext

Was der Mensch nicht wissen darf

Nach Durch den Schnee und Linkes Ufer erscheint nun der dritte Band der Erzählungen aus Kolyma. Er enthält zwei Zyklen des monumentalen Werks Warlam Schalamows. Wieder entführt er den Leser in die erbarmungslose Welt der sibirischen Lager und erzählt die Geschichte der Besiegten. Im Mittelpunkt steht in diesem dritten Band die meisterhaft geschilderte Ganovenwelt im Lager, ihr Alltag, ihre Sprache, ihre Sitten und ihr Verhältnis zu den politischen Gefangenen.

Titel
Künstler der Schaufel
Untertitel
Erzählungen aus Kolyma 3
Nachwort von
Übersetzer
EAN
9783882211313
Format
E-Book (epub)
Veröffentlichung
13.06.2013
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
1.41 MB
Anzahl Seiten
603
Auflage
1. Auflage