Wenn wir Multikulturalität aus der deutsch-polnischen Verflechtungsgeschichte heraus denken, liegt ein Schwerpunkt auf wechselseitigen Interaktionen und Relationen, die vielfach lokal (Danzig, Gleiwitz, Lodz, Warschau) oder regional (Oberschlesien, Ostpreußen) gefasst werden. Auch die longue durée , Kontakte und Erinnerung über mehrere Generationen hinweg, hat dabei eine besondere Bedeutung. Es geht um die gegenseitige Wahrnehmung, die wechselseitige Rezeption, Wissens- und Kulturtransfers, die Zirkulation von Artefakten und die Entstehung gemeinsamer Kommunikationsräume. In dieser räumlichen Gebundenheit, kombiniert mit einer langen zeitlichen Dauer liegt ein entscheidender Anteil der deutsch-polnischen Verflechtungsgeschichte, die in manchen Fällen bis ins Mittelalter zurückreicht und diesen Reflexions- und Erinnerungsraum offenhält. Der von Hans-Jürgen Bömelburg und Izabela Surynt herausgegebene Band zum Phänomen der Multikulturalität versammelt Beiträge deutscher und polnischer Autorinnen und Autoren zu Fragen der Multikulturalität in der Selbstreflexion, in Gesellschaften und Biografien, im Film und in der Literatur. Ziel ist es, jenseits der aktuellen deutschen und polnischen Multikulturalitätsdiskurse, die stark präsentistisch bestimmt sind und Multikulturalität identitätspolitisch positiv oder negativ aufladen, Multikulturalität als ein chancenreiches und reflexives kulturwissenschaftliches und soziologisches Konzept neu zu vermessen.
Titel
Wer hat Angst vor Multikulturalität?
Untertitel
Erfahrungen und Vorstellungen in der deutschen und polnischen Kultur. Marek Zybura zum 65. Geburtstag
EAN
9783447393584
Format
PDF
Veröffentlichung
30.11.2022
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Anzahl Seiten
486
Gewicht
1065g
Größe
H24mm x B17mm
Lesemotiv