Es ist aus mit Kar Kauz. Mit 36 Jahren steht die Protagonistin vor den Trümmern ihrer Beziehung zu dem gefeierten Autor, der ihren Kinderwunsch jahrelang ignorierte. Auf Tinder versucht sie, sich Ablenkung zu verschaffen. Doch mit dem hedonistischen Schauspieler Andi schlittert sie direkt in die nächste Katastrophe. Der hat nicht nur schon Zwillinge, sondern auch eine Ex, die eines Morgens überraschend im Schlafzimmer steht.
Die Sehnsucht nach einem Kind steigert sich in eine alles verzehrende Obsession. Als die Beziehung zu Andi scheitert, ihr Roman nicht so einschlägt wie erhofft, und auch weitere Dates nicht zielführend sind, fasst sie einen drastischen Entschluss: Jetzt erfüllt sie sich ihren größten Wunsch einfach selbst. Auch, wenn das bedeutet, zur Täterin zu werden.
Anti Müller i st ein Gesellschaftsroman über schöne Künste mit schaurigem Beigeschmack, identitätspolitische Grabenkämpfe und über den moralischen Bankrott pseudosanfter Gegenwartsmänner, unter deren Fingernägeln noch immer der Schmutz des Patriarchats klebt.
Autorentext
Yade Yasemin Önders Theaterstück Kartonage wurde 2017 zu den Autor*innentheatertagen Berlin eingeladen und am Wiener Burgtheater uraufgeführt. 2018 erhielt sie den Hauptpreis für Prosa beim open mike. Ihr Debütroman Wir wissen, wir könnten, und fallen synchron (2022, KiWi) wurde mit dem Debütpreis der lit.COLOGNE und dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet und stand auf der Shortlist für den ZDFaspekte-Literaturpreis. 2023 erhielt sie das Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds. 2024 erschien der Kollektivroman Wir kommen, dessen Mitautorin sie ist.